Scrum: Methodik, Rollen und Prinzipien des Scrum Manifestes

Scrum hat sich als eine der führenden agilen Methoden etabliert, um Teams dabei zu unterstützen, flexibler und produktiver zu arbeiten. Sie hilft ihnen, große Projekte in kleinere Arbeitseinheiten aufzuteilen und innerhalb von zeitlich begrenzten Iterationen zu bearbeiten. Mit klar definierten Rollen, strukturierten Meetings und transparenten Prozessen bietet Scrum einen systematischen Ansatz für die Planung, Ausführung und Lieferung von Projekten.

Der Begriff Scrum stammt ursprünglich aus dem Rugby und bezeichnet das „Gedränge“, bei dem fünf bis acht Spieler eng zusammenstehen, um den Ball zu erobern und in eine bestimmte Richtung zu spielen. Teamwork und schnelle Reaktionen sind dabei entscheidend. Diese Idee der engen Zusammenarbeit und des gemeinsamen Zielstrebens wird beim Scrum-Projektmanagement aufgegriffen und in ein einfaches, aber effektives Rahmenwerk übersetzt.

In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Prinzipien und Praktiken von Scrum und zeigen, wie die Produkte von Atlassian bei der Umsetzung helfen können.

Was ist Scrum?

Scrum ist eine agile Projektmanagementmethode, die darauf abzielt, komplexe Projekte in überschaubare Aufgaben zu zerlegen und in kurzen, iterativen Arbeitszyklen von etwa zwei bis vier Wochen – sogenannten Sprints – abzuarbeiten. Anfänglich in der Softwareentwicklung eingesetzt, wird sie zunehmend auch in anderen Abteilung angewandt und unterstützt diverse Teams bei der Erreichung ihrer Ziele.

Drei Kernelemente stehen im Mittelpunkt:

  1. Rollen: Das Team definiert klare Rollen für alle Mitglieder, darunter den Scrum Master, den Product Owner und das Entwicklungsteam. Jede Rolle hat spezifische Verantwortlichkeiten und trägt zum Erfolg des Projekts bei.
  2. Artefakte: Scrum verwendet verschiedene Artefakte wie das Product Backlog, das Sprint Backlog und das Inkrement, um die Anforderungen, Aufgaben und den Fortschritt des Projekts zu verfolgen und zu verwalten.
  3. Ereignisse: Das Team organisiert strukturierte Meetings wie das Sprint Planning, das Daily Scrum, das Sprint Review und das Sprint Retrospective, um die Kommunikation, Zusammenarbeit und kontinuierliche Verbesserung im Team zu fördern.

Scrum zeichnet sich durch seine Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und seinen Fokus auf kontinuierliche Verbesserung aus. Kurze Sprints und regelmäßige Überprüfungen ermöglichen es Teams, schnell auf Änderungen zu reagieren, Kundenfeedback zu integrieren und hochwertige Produkte oder Dienstleistungen zu liefern.

Rollen

Der zentrale Bestandteil von Scrum ist das Scrum-Team. Das kleine, interdisziplinäre Team besteht in der Regel aus maximal zehn Personen, die als eine zusammenhängende Einheit arbeiten und sich auf das Produktziel konzentrieren. Innerhalb dieser selbstorganisierten Gruppe gibt es weder Untergruppen noch Hierarchien. Das Team setzt sich zusammen aus:

Scrum Master: Der Scrum Master trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Praktiken und Regeln der Scrum-Methode und ist als Teil des Teams mit verantwortlich für die Schaffung eines nutzbaren Increments sowie die Beseitigung von Engpässen.

Product Owner: Der Product Owner verantwortet die Ergebnisse, die Priorisierung des Produkt-Backlogs und die Kommunikation mit den Stakeholdern.

Developer: Das Entwicklungsteam ist verantwortlich für die Lieferung von inkrementellen und potenziell lieferbaren Produktfunktionen am Ende jedes Sprints.

Artefakte

Scrum-Projekte verzichten in der Regel auf klassische Dokumente wie Ablauf- oder Kostenpläne. Dafür gibt es Scrum-Artefakte. Sie bieten dem Scrum-Team eine Übersicht über alle Aufgaben, Anforderungen und abgeschlossene Produkte. Sie sollen Transparenz schaffen und ein gemeinsames Verständnis fördern. Dadurch erhalten alle Teammitglieder eine einheitliche Basis, um Produktanpassungen vorzunehmen.

Im Unterschied zu anderen Projektmanagementsystemen definiert Scrum explizit drei leistungsorientierte Artefakte:

Product Backlog: Eine sich entwickelnde, geordnete Liste von Aufgaben, die zur Verbesserung des Produkts benötigt werden. Sie ist die einzige Quelle der Arbeit für das Scrum-Team.

Sprint Backlog: Enthält das Sprint-Ziel (Wofür), die ausgewählten Product-Backlog-Einträge für den Sprint (Was), sowie einen konkreten Plan zur Umsetzung des Increments (Wie).

Increment: Ein konkreter Fortschritt in Richtung des Produktziels. Jedes Increment baut auf den vorherigen auf und wird sorgfältig geprüft, um sicherzustellen, dass alle miteinander kompatibel sind.
Obwohl die Definition of Done nicht zu den offiziellen Scrum-Artefakten zählt, ist sie entscheidend für die Bewertung eines Increments. Sie dient als Arbeitsvereinbarung, die das gemeinsame Verständnis des Scrum-Teams darüber definiert, was als „erledigt“ gilt.

Ereignisse

Jedes Scrum-Ereignis im Rahmen eines Sprints bietet die Möglichkeit, Artefakte zu überprüfen und zu aktualisieren. Sie sollen Transparenz sicherstellen und gleichzeitig Regelmäßigkeit schaffen, um die Notwendigkeit traditioneller Meetings zu minimieren. Damit alles reibungslos läuft, ist es ratsam, Ereignisse zur gleichen Zeit und am gleichen Ort abzuhalten. Scrum definiert fünf zentrale Ereignisse:

Sprint: Ein kurzer Arbeitszyklus von maximal 30 Tagen mit fester Dauer, um Konsistenz zu gewährleisten. Alle anderen Scrum-Ereignisse finden innerhalb dieses Zeitraums statt.

Sprintplanung: Eine vier- bis achtstündige Sitzung (je nach Sprintlänge), die den Sprint einleitet und den Arbeitsumfang festlegt. Der Plan wird in Zusammenarbeit des gesamten Scrum-Teams erstellt.

Daily Scrum: Ein tägliches Treffen von maximal 15 Minuten, bei dem die Entwickler des Scrum-Teams den Fortschritt in Richtung Sprint-Ziel überprüfen und das Sprint-Backlog bei Bedarf anpassen, um die Arbeit für den Tag zu planen.

Sprint Review: Ein maximal vierstündiges Meeting am Ende des Sprints, bei dem das Scrum-Team seine Ergebnisse den wichtigsten Stakeholdern präsentiert. Dabei werden die Fortschritte in Richtung des Produktziels überprüft und zukünftige Anpassungen diskutiert.

Sprint Retrospective: Ein dreistündiges Meeting am Ende des Sprints, bei dem das Scrum-Team seine Arbeitsweise reflektiert und Verbesserungsmöglichkeiten für effizienteres Arbeiten ermittelt.

Vorteile von Scrum

Als agiles Framework bietet Scrum mehrere Vorteile:

  1. Flexibilität: Teams werden in die Lage versetzt, sich schnell an sich ändernde Anforderungen und Prioritäten anzupassen. Durch kurze Iterationen und stetige Adaption können sie flexibel auf neue Erkenntnisse und Kundenfeedback reagieren.
  2. Transparenz: Innerhalb des Teams wie auch zwischen den Stakeholdern wird Transparenz gefördert. Dank regelmäßiger Meetings wie das Daily Scrum und das Sprint Review sind alle Teammitglieder über den aktuellen Stand des Projekts informiert.
  3. Kontinuierliche Verbesserung: Scrum legt Wert auf kontinuierliche Verbesserung und Lernen. Durch regelmäßige Retrospektiven können Teams ihre Arbeitsweise analysieren, Probleme identifizieren und Verbesserungsmöglichkeiten erarbeiten.
  4. Kundenorientierung: Im Fokus steht die kontinuierliche Lieferung von Wert für den Kunden. Mithilfe kurzer Arbeitszyklen und der Fokussierung auf die höchstpriorisierten Aufgaben wird sichergestellt, dass Kundenanforderungen zu jedem Zeitpunk erfüllt sind.
  5. Effizienz: Scrum fördert eine effiziente Arbeitsweise, indem es unnötige Prozesse und Arbeitsabläufe eliminiert. Durch klare Rollen und Verantwortlichkeiten sowie regelmäßige Abstimmung werden der Aufwand reduziert und die Produktivität maximiert.
  6. Teamarbeit und Zusammenarbeit: Scrum fokussiert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern sowie mit den Stakeholdern. Hierdurch werden Kommunikation und Vertrauen gestärkt, was zu einer verbesserten Teamleistung führt.

Prinzipien des Scrum Manifestes

Scrum basiert auf dem "Agilen Manifest", das 2001 von 17 erfahrenen Softwareentwicklern, darunter Jeff Sutherland und Ken Schwaber, erstellt wurde. Es legt den Fokus auf Menschen und Interaktionen, funktionierende Software, Kundenkooperation und das Reagieren auf Veränderungen. Folgende Kernprizipien stehen im Mittelpunkt:

Empirische Prozesskontrolle

Empirismus ist das grundlegende Konzept hinter Scrum, das sich auf drei Hauptsäulen stützt: Transparenz, Prüfung und Anpassung. Das bedeutet, dass Scrum auf Experimentieren und Beobachten basiert, um Fortschritte zu erzielen. Anstelle eines starren Plans ermöglicht Scrum Anpassungen durch kurze Zyklen, die ein frühes Feedback auf ein Minimal Viable Product erlauben.

Selbstorganisation

Das Scrum-Team ist selbstorganisierend; und dadurch produktiver. Im Gegensatz zum traditionellen Management, das auf Mikrosteuerung setzt, gibt Scrum dem Team die Freiheit, wie und wann es arbeiten möchte, solange das Sprint-Ziel erreicht wird. Diese Selbstorganisation fördert ein kreatives Umfeld, stärkt das Verantwortungsgefühl und erhöht das Engagement für das Projekt.

Zusammenarbeit

Zusammenarbeit ist ein Schlüsselprinzip in Scrum und umfasst drei Aspekte: Bewusstsein, Kommunikation und Anpassungsfähigkeit. Scrum betrachtet Projektmanagement als gemeinsamen Prozess, bei dem Teams interagieren, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Diese enge Zusammenarbeit sorgt für Klarheit und verhindert Missverständnisse.

Wertorientierte Prioritätensetzung

Scrum legt Wert darauf, Aufgaben nach ihrer Wichtigkeit und ihrem Nutzen für den Endbenutzer zu priorisieren. Diese Priorisierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der im Product Backlog beginnt und im Sprint Backlog fortgesetzt wird. Dadurch wird sichergestellt, dass das Team an den relevantesten Aufgaben arbeitet und unnötige Arbeit vermieden wird.

Timeboxing

Scrum teilt bestimmte Zeitblöcke für verschiedene Aktivitäten zu, um Zeit effizient zu nutzen. Da Zeit eine wertvolle Ressource ist, hilft Timeboxing, Projekte besser zu planen und durchzuführen. Es schafft klare Strukturen und verhindert, dass Aufgaben aus dem Ruder laufen. Die fünf Timeboxes (Sprint, Sprintplanung, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective), die Scrum befürwortet, sind weiter oben unter Ereignisse beschrieben.

Iterative Entwicklung

Iterative Entwicklung bedeutet, ein großes Projekt oder Produkt in kleinere, überschaubare Abschnitte aufzuteilen. Dieser Ansatz ermöglicht kontinuierliche Evaluierung und Anpassung, was die Produktivität und Effizienz steigert. Durch iterative Entwicklung wird das Endprodukt besser auf die Bedürfnisse der Kunden oder Endnutzer zugeschnitten.

Warum Scrum mit Atlassian Produkten?

Viele von Atlassians Produkten sind speziell darauf ausgerichtet, die Einführung und Umsetzung von Scrum zu unterstützen. Agile Teams finden hier alles, was sie für erfolgreiche Projekte benötigen, von Kanban-Boards und Sprint-Planungstools bis hin zu umfassenden Reporting-Funktionen.

Die Atlassian-Produkte sind nahtlos miteinander verbunden, was eine reibungslose Integration und Synchronisation der Projekte und Arbeitsabläufe ermöglicht. Sie sind zudem flexibel und lassen sich an die individuellen Anforderungen und Arbeitsweisen der Teams anpassen. Mit benutzerdefinierten Workflows, anpassbaren Dashboards und einer Vielzahl von Integrationsmöglichkeiten können Teams die Tools genau nach ihren Bedürfnissen konfigurieren.

Scrum mit Jira

Jira ist eine Projektmanagement-Plattform, die alle projektbezogenen Informationen an einem zentralen Ort zusammenführt. Mit einer Vielzahl von Funktionen unterstützt sie agile Arbeitsmethoden wie Scrum und ermöglicht es Teams, effektiv zu planen, zu verfolgen und zusammenzuarbeiten:

Kanban- und Scrum-Boards: Jira bietet sowohl Kanban- als auch Scrum-Boards, mit denen Arbeitsabläufe visuell organisiert und verfolgt werden können. Dank benutzerdefinierter Spalten, Swimlanes und Filter können Teams ihre Boards an ihre spezifischen Anforderungen anpassen und Aufgaben effektiv verwalten.

Sprint-Planung: Jira hilft Teams bei der Sprint-Planung, indem es die einfache Erstellung von Sprints, die Zuweisung von Aufgaben und die Festlegung von Sprint-Zielen ermöglicht. Teams können den Fortschritt ihrer Sprints in Echtzeit überwachen und flexibel auf Veränderungen reagieren, um sicherzustellen, dass die Sprintziele erreicht werden.

Backlog-Management: Mit dem Product Backlog können Teams ihre Anforderungen und Aufgaben priorisieren, verfolgen und organisieren. Durch die einfache Drag-and-Drop-Funktionalität lassen sich schnell neue Elemente hinzufügen, aktualisieren oder neu anordnen – so ist das Backlog stets auf dem neuesten Stand ist.

Reporting und Analyse: Teams haben Zugang zu umfassenden Reporting- und Analysefunktionen, mit denen sie den Fortschritt ihrer Projekte verfolgen und Leistungstrends erkennen können. Mithilfe von Dashboards, Burn-down-Charts und Velocity-Reports können wichtige Metriken überwacht und fundierte Entscheidungen getroffen werden, um die Arbeitsprozesse kontinuierlich zu verbessern.

Integrationen und Erweiterungen: Jira bietet zahlreiche Integrationen und Erweiterungen, die die Funktionalität erweitern und die Zusammenarbeit mit anderen Tools und Systemen ermöglichen. Ob Slack-Integration oder CI/CD-Tools wie Bitbucket und Bamboo – Jira lässt sich nahtlos in die gesamte Entwicklungs- und Projektmanagementumgebung integrieren.

Jodocus Scrum Jira


Scrum und Confluence

Confluence, die Wissensmanagementplattform von Atlassian, bietet die ideale Umgebung für die Zusammenarbeit und Dokumentation von Scrum-Projekten:

Dokumentation und Wissensmanagement: Mit Confluence sind alle wichtigen Projekt-Informationen an einem zentralen Ort dokumentiert. Von Sprint-Berichten und Retrospektiven bis hin zu Meeting-Protokollen und Entscheidungsfindungsprozessen ist die Arbeit transparent und für jeden zugänglich.

Teamzusammenarbeit: Confluence fördert die Zusammenarbeit innerhalb des Teams, indem es eine intuitive Plattform für die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten und Inhalten bietet. Mit Funktionen wie Kommentaren, Aufgabenzuweisungen und Benachrichtigungen können Teammitglieder intuitiv zusammenarbeiten und Feedback austauschen.

Projekt- und Aufgabenverfolgung: Teams haben verschiedene Optionen, um Projekte und Aufgaben zu verfolgen und zu organisieren. Von einfachen Checklisten und Aufgabenlisten bis hin zu komplexen Projekt-Dashboards und Roadmaps können sie ihre Arbeit effizient planen und verwalten, ohne die Plattform verlassen zu müssen.

Integration mit Jira: Confluence ist nahtlos in Jira integriert, wodurch Informationen und Inhalte einfach zwischen den beiden Plattformen synchronisiert werden können. So können Jira-Issue-Informationen in Confluence-Dokumenten angezeigt, verlinkt und kommentiert werden, was zusätzlichen Kontext und Transparenz bietet.

Wissensaufbau und Lernen: Durch die umfassende Wissensbasis, können Teams Best Practices, Richtlinien und Ressourcen für Scrum-Projekte schnell und einfach finden. Von Schulungsmaterialien und Leitfäden bis hin zu Fallstudien und Erfolgsgeschichten können sie ihr Wissen erweitern und von den Erfahrungen anderer profitieren.

Sprints in der Kalenderansicht: Die Sprint-Kadenz kann in Teamkalendern eingesehen und nachverfolgt werden, was dem gesamten Projekt und Team Transparenz bietet. Die Teamkalender werden automatisch mit dem aktuellen Backlog synchronisiert und lassen sich einfach mit den Projektbeteiligten teilen.

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